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Diakritische Zeichen (auch Diakritikum mit Pl. Diakritika, aus griech. um zu unterscheiden) sind zu Buchstaben gehörige kleine Zeichen wie Punkte, Striche, Häkchen oder kleine Kreise, die eine besondere Aussprache oder Betonung markieren und unter oder über dem Buchstaben angebracht sind, in einigen Fällen auch durch den Buchstaben hindurch.
Reihenfolge der Eingabe
Handschriftlich wird meistens erst der Buchstabe geschrieben, das Diakritikum im Anschluss darüber gesetzt.
Auf der Schreibmaschine wurde jedoch aus praktischen Gründen zuerst das Diakritikum ohne Zeichenvorschub geschrieben, der Buchstabe im Anschluss darunter gesetzt. Diese umgekehrte Reihenfolge hat sich bis heute als „Computerstandard“ durchgesetzt/erhalten. Hier wird jedoch das Diakritikum vorerst „zurückgehalten” und erst mit dem folgenden Buchstaben zusammen ausgegeben. Daher stammt auch der Ausdruck Tote Taste (engl. Deadkey) für die entsprechenden Tasten.
Diskutiert wurde mehrfach, ob Neo sich dem allgemeinen Standard anpassen sollte, oder lieber den intuitiveren, handschriftlichen Ansatz verwenden sollte. Einigung erfolgte zum allgemeinen Standard.
Ausgabe als ein Zeichen oder als Combining Characters
Für viele Kombinationen aus diakritischen Zeichen und Buchstaben existieren eigene Unicode-Einträge, einfache Beispiele sind z.B. ä, é (NFC). Soll jedoch eine Zahl mit einem diakritschen Zeichen versehen werden, oder ein Buchstabe mit mehreren Diakritika, so ist dies (in der Mehrzahl der Fälle) nur über Combining Characters möglich. Hierbei werden alle „Bestandteile“ einzeln gespeichert (NFD). Für weitere Informationen, insbesondere NFC und NFD, siehe Wikipedia/Unicode_equivalence
Diskutiert wurde nun, ob man den NFD-Ansatz für alle Kombinationen anwenden sollte, auch für die die sich als gemeinsames Zeichen darstellen lassen.
- P: Ist vom Unicode so vorgegeben und sollte eigentlich Standard sein
- P: Ist deutlich flexibler, da Diakritika kombiniert werden können und nicht jede seltene Kombination einzeln im Unicode aufgeführt werden muss.
- K: Wird von den meisten Suchfunktionen nicht unterstützt, man müsste also immer nach beiden Möglichkeiten suchen
- K: Wird von vielen Programmen nicht unterstützt, die Diakritika werden als Kasten angezeigt, oder verrutschen auf andere Buchstaben o.ä.
Der Kompromiss ist momentan folgender:
- Wird eine Tote Taste (z.B. !`) einmal gedrückt, wartet sie auf die nächste Eingabe. Bei Eingabe eines passenden Buchstabens (a) wird dieser als ein Zeichen mit dem entsprechenden Diakritikum ausgegeben (à).
- Noch keine Einigung ist erfolgt, was bei Eingabe eines unpassenden Buchstabens (c) nach einer Toten Taste passieren soll: Das native, also betriebssystemsspezifische Verhalten wäre für Linux, beide zu „verschlucken“, also nichts auszugegeben (), während Windows beide einzeln nacheinander ausgiebt (`c). Soll das natives Verhalten beibehalten werden oder ist eine einheitliche Regelung sinnvoller?
- Wird eine Tote Taste zweimal gedrückt, so wird der entsprechende Combining Character ausgegeben, dieser wird getrennt gespeichert, erscheint aber (in „guten“ Programmen) über dem vorangehenden Zeichen (c̀).
- Dies gibt (unter Linux) die Kompatibilität zur Standard-Compose zum Teil auf, da dead_circumflex+dead_circumflex bislang ein normales »^« erzeugt. Da aber alle Sonderzeichen ohnehin auf der NEO vorhanden sind, erscheint das vertretbar, zumal ebenfalls dead_circumflex+space ein »^« erzeugt.
Belegung der drei Toten Tasten
Neo hat 3 Tasten, die mit Deadkeys belegt werden sollen, die als T1, T2 und T3 bezeichnet werden sollen. Bei 6 Ebenen ergeben sich damit maximal 18 Deadkeys (Falls doch mehr Ebenen belegt werden sollen, natürlich entsprechend mehr).
Einigung besteht darüber, dass die Deadkeys es ermöglichen sollten, die häufigsten in Europa vorkommenden Diakritika zu schreiben.
Unklarheit besteht darüber, ob auch Zeichen, die fast ausschließlich in der Mathematik gebraucht werden (Strich darunter) oder griechische Akzente (behaucht, Knacklaut, iota subscriptum) über Tote Tasten oder nur über Compose erreichbar sein sollen.
Zur Auswahl stehen folgende Deadkeys, sortiert nach Ähnlichkeit. In Klammern die zur Streichung vorgesehenen:
- Akut, Grave
- Diaeresis/Trema, Doppelakut
- Cédille, Ogonek, (Komma darunter)
- Zirkumflex, Caron/Hatschek, Breve
- Schrägstrich, (Querstrich), Makron/Strich darüber, (Strich darunter)
- Punkt darüber, (Punkt darunter), (Mittenpunkt)
- Ring/Kroužek
- Tilde
Bislang gilt folgende Verteilung:
| T1 | T2 | T3 | |
| E1 | ˆ Zirkumflex | ' Akut | ˜ Tilde |
| E2 | ˇ Caron | ` Grave | ¯ Makron |
| E3 | ˘ Breve | ¸ Cedille | ¨ Diaerese |
| E4 | ˙ Punkt | / Schräg-/Querstrich | |
| E5 | ˛ Ogonek | ˝ Doppelakut | |
| E6 | ° Ring | , Komma darunter |
Sollen ähnliche Deadkeys, deren Funktion nicht überlappt, zusammengelegt werden? Wollen wir evt. auch Deadkeys mit überlappenden Funktionen zusammenlegen und in Kauf nehmen, dass seltenere Kombinationen aus Diakritikum und Buchstabe nur über Compose erreichbar sind?
- P: Reduziert die Anzahl der benötigten Tasten
- P: Reduziert die Anzahl der zu merkenden Tasten
- P: Reduziert die Verwechselungsgefahr
- K: Das System, doppelt gedrückte Tote Taste wird zu Combining Character, wird weniger mächtig
- K: Es ist „unschön“, ein „falsches“ Zeichen zu verwenden
Welche Deadkeys können/sollen zusammengelegt werden?
- Ogonek (nur bei Vokalen), Komma darunter (nur bei g k l n r s t)
- Querstrich und Schrägstrich, zum Erzeugen von Buchstaben, die irgendwie durchgestrichen sind.
- K: Kollision: Ƚ „L with bar“ vs. Ł „L with stroke“
- (mittleren) Querstrich und Überstrich (Makron)
- K: Mit einem diakritischen Zeichen, z.B. dem Makron, sollte kein Zeichen wie ø erstellt werden
- K: Kollision Ø und Ō
- Invertiertes Breve (Breve darunter): Da es kein h mit Breve drüber gibt, kann man eine gemeinsame tote Breve vergeben
- Mittenpunkt wird gar nicht benötigt, da er nur im Katalanischen vorkommt, und dort wird die getrennte Schreibweise l· bevorzugt
- K: · ist mit Neo auch nicht verfügbar
- Mittenpunkt und Punkt darüber ist ein Zeichen (eine tote Taste) (jedenfalls laut Herrn Kappenberg).
Wie sollen die Deadkeys auf den Tasten und Ebenen angeordnet werden?
- Erreichbarkeit: T3 > T2 > T1?
- leicht merkbar: Ähnliches Aussehen, gleicher Sprachraum etc. auf derselben Ebene
- häufige Akzente gut erreichbar, also hauptsächlich französische und spanische
- Also Akut und Gravis beide auf Ebene 1.
- Akut wichtiger, also auf T3
- Tilde oder Zirkumflex wichtiger?
- Tilde kommt im Spanischen und Portugiesischen vor, Spanisch hat sehr viele Sprecher
- Zirkumflex im Französischen und Portugiesischen, Französisch wird sehr viel in der Schule gelehrt
- Zirkumflex scheint im Französischen seltener vorzukommen als die Tilde im Spanischen
- Zirkumflex braucht man für hochgestellte Zahlen
Vorschlag zur merkbaren Anordnung:
| T1 | T2 | T3 | ||
| E1 | ˆ Zirkumflex | ` Gravis | ´ Akut | Frankreich |
| E2 | ˜ Tilde | ¸ Cedille | Süden | |
| E3 | ˇ Caron | ̏ Doppelgravis? | ˝ Doppelakut | Osten |
| E4 | ῾ ? | ᾿ ? | Griechisch | |
| E5 | ˚ Ring | ‐ Querstrich | Norden |
Nach derzeitigem Diskussionsstand fehlen dabei noch: Diaerese, Ogonek/Komma darunter, Breve, Schrägstrich, Makron, Punkt darüber
