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Diakritische Zeichen

Diakritikum (mit Pl. Diakritika), aus dem Griechischen: um zu unterscheiden. Diakritika sind zu Buchstaben gehörige kleine Zeichen wie Punkte, Striche, Häkchen oder kleine Kreise, die eine besondere Aussprache oder Betonung markieren und unter oder über dem Buchstaben angebracht sind, in einigen Fällen auch durch den Buchstaben hindurch.

Reihenfolge der Eingabe: vorangestelltes Diakritikum

Handschriftlich wird meistens erst der Buchstabe geschrieben, das Diakritikum im Anschluss darüber gesetzt. Auf der Schreibmaschine wird zuerst das Diakritikum auf einer speziellen Taste ohne Zeichenvorschub (tote Taste, engl. dead key) geschrieben, der Buchstabe im Anschluss an die gleiche Position gesetzt. Diese umgekehrte Reihenfolge ist auch als Computerstandard etabliert.

  • K: die von der Handschrift gewohnte (intuitive?) Reihenfolge ist das nachgesetzte Diakritikum
  • P: das nachgestellte Diakritikum ist gleichbedeutend damit, dass der Buchstabe vorangestellt wird. Da im Moment der Eingabe dieses Buchstabens nicht klar ist, ob ein Diakritikum folgen wird oder nicht, müsste der Buchstabe vom Treiber bereits an die Applikation ausgegeben werden; nach Eingabe des Diakritikums wäre dann der Buchstabe wieder mittels Backspace zu löschen und schließlich durch das kombinierte Zeichen zu ersetzen. (Beispiel: Zur Eingabe von ä wäre a gefolgt von ¨ zu drücken; dem Programm wird vom Treiber die Zeichenfolge a BACKSPACE ä gesendet.) Die Applikation „sieht“ also einen nur technisch notwendigen Zwischenstand als reguläre Eingabe, was insbesondere bei tastaturgesteuerten Programmen zu nicht erwünschten Fehlfunktionen führen kann. (Beispiel: Bei gewünschter Eingabe des Befehles Ctrl+ä würde zunächst das Kommando Ctrl+a ausgeführt und müsste dann revidiert werden.) Beim vorangestellten Diakritikum wird der Zwischenzustand im Treiber gespeichert und nur das erwünschte Endergebnis an die Applikation weitergereicht, der also in jedem Fall nur ein eingegebenes Zeichen übermittelt wird.

Ergebnis:

  • Deadkeys mit Diakritika sind vor dem Buchstaben zu drücken.

Ausgabe als ein Zeichen oder als Combining Characters

Für viele Kombinationen aus diakritischen Zeichen und Buchstaben existieren eigene Unicode-Einträge, einfache Beispiele sind z.B. ä, é (NFC). Soll jedoch eine Zahl mit einem diakritschen Zeichen versehen werden, oder ein Buchstabe mit mehreren Diakritika, so ist dies (in der Mehrzahl der Fälle) nur über Combining Characters möglich. Hierbei werden alle „Bestandteile“ einzeln gespeichert (NFD). Für weitere Informationen, insbesondere NFC und NFD, siehe Wikipedia/Unicode_equivalence

Diskutiert wurde nun, ob man den NFD-Ansatz für alle Kombinationen anwenden sollte, auch für die die sich als gemeinsames Zeichen darstellen lassen.

  • P: Ist vom Unicode so vorgegeben und sollte eigentlich Standard sein
  • P: Ist deutlich flexibler, da Diakritika kombiniert werden können und nicht jede seltene Kombination einzeln im Unicode aufgeführt werden muss.
  • K: Wird von den meisten Suchfunktionen nicht unterstützt, man müsste also immer nach beiden Möglichkeiten suchen
  • K: Wird von vielen Programmen nicht unterstützt, die Diakritika werden als Kasten angezeigt, oder verrutschen auf andere Buchstaben o.ä.

Der Kompromiss ist momentan folgender:

  • Wird eine Tote Taste (z.B. !`) einmal gedrückt, wartet sie auf die nächste Eingabe. Bei Eingabe eines passenden Buchstabens (a) wird dieser als ein Zeichen mit dem entsprechenden Diakritikum ausgegeben (à).
    • Noch keine Einigung ist erfolgt, was bei Eingabe eines unpassenden Buchstabens (c) nach einer Toten Taste passieren soll: Das native, also betriebssystemsspezifische Verhalten wäre für Linux, beide zu „verschlucken“, also nichts auszugegeben (), während Windows beide einzeln nacheinander ausgiebt (`c). Soll das natives Verhalten beibehalten werden oder ist eine einheitliche Regelung sinnvoller?
  • Wird eine Tote Taste zweimal gedrückt, so wird der entsprechende Combining Character ausgegeben, dieser wird getrennt gespeichert, erscheint aber (in „guten“ Programmen) über dem vorangehenden Zeichen (c̀).
    • Dies gibt (unter Linux) die Kompatibilität zur Standard-Compose zum Teil auf, da dead_circumflex+dead_circumflex bislang ein normales »^« erzeugt. Da aber alle Sonderzeichen ohnehin auf der NEO vorhanden sind, erscheint das vertretbar, zumal ebenfalls dead_circumflex+space ein »^« erzeugt.

Belegung der drei Toten Tasten

Neo hat 3 Tasten, die mit Deadkeys belegt werden sollen, die als T1, T2 und T3 bezeichnet werden sollen. Bei 6 Ebenen ergeben sich damit maximal 18 Deadkeys (Falls doch mehr Ebenen belegt werden sollen, natürlich entsprechend mehr).

Einigung besteht darüber, dass die Deadkeys es ermöglichen sollten, die häufigsten in Europa vorkommenden Diakritika zu schreiben.

Unklarheit besteht darüber, ob auch Zeichen, die fast ausschließlich in der Mathematik gebraucht werden (Strich darunter) oder griechische Akzente (behaucht, Knacklaut, iota subscriptum) über Tote Tasten oder nur über Compose erreichbar sein sollen.

Zur Auswahl stehen folgende Deadkeys, sortiert nach Ähnlichkeit. In Klammern die zur Streichung vorgesehenen:

  • Akut, Grave
  • Diaeresis/Trema, Doppelakut
  • Cédille, Ogonek, (Komma darunter)
  • Zirkumflex, Caron/Hatschek, Breve
  • Schrägstrich, (Querstrich), Makron/Strich darüber, (Strich darunter)
  • Punkt darüber, (Punkt darunter), (Mittenpunkt)
  • Ring/Kroužek
  • Tilde

Bislang gilt folgende Verteilung:

T1 T2 T3
E1 ˆ Zirkumflex ' Akut ˜ Tilde
E2 ˇ Caron ` Grave ¯ Makron
E3 ˘ Breve ¸ Cedille ¨ Diaerese
E4 ˙ Punkt / Schräg-/Querstrich
E5 ˛ Ogonek ˝ Doppelakut
E6 ° Ring , Komma darunter

Sollen ähnliche Deadkeys, deren Funktion nicht überlappt, zusammengelegt werden? Wollen wir evt. auch Deadkeys mit überlappenden Funktionen zusammenlegen und in Kauf nehmen, dass seltenere Kombinationen aus Diakritikum und Buchstabe nur über Compose erreichbar sind?

  • P: Reduziert die Anzahl der benötigten Tasten
  • P: Reduziert die Anzahl der zu merkenden Tasten
  • P: Reduziert die Verwechselungsgefahr
  • K: Das System, doppelt gedrückte Tote Taste wird zu Combining Character, wird weniger mächtig
  • K: Es ist „unschön“, ein „falsches“ Zeichen zu verwenden

Welche Deadkeys können/sollen zusammengelegt werden?

  • Ogonek (nur bei Vokalen), Komma darunter (nur bei g k l n r s t)
  • Querstrich und Schrägstrich, zum Erzeugen von Buchstaben, die irgendwie durchgestrichen sind.
    • K: Kollision: Ƚ „L with bar“ vs. Ł „L with stroke“
  • (mittleren) Querstrich und Überstrich (Makron)
    • K: Mit einem diakritischen Zeichen, z.B. dem Makron, sollte kein Zeichen wie ø erstellt werden
    • K: Kollision Ø und Ō
  • Invertiertes Breve (Breve darunter): Da es kein h mit Breve drüber gibt, kann man eine gemeinsame tote Breve vergeben
  • Mittenpunkt wird gar nicht benötigt, da er nur im Katalanischen vorkommt, und dort wird die getrennte Schreibweise l· bevorzugt
    • K: · ist mit Neo auch nicht verfügbar
    • Mittenpunkt und Punkt darüber ist ein Zeichen (eine tote Taste) (jedenfalls laut Herrn Kappenberg).

Wie sollen die Deadkeys auf den Tasten und Ebenen angeordnet werden?

  • Erreichbarkeit: T3 > T2 > T1?
  • leicht merkbar: Ähnliches Aussehen, gleicher Sprachraum etc. auf derselben Ebene
  • häufige Akzente gut erreichbar, also hauptsächlich französische und spanische
  • Also Akut und Gravis beide auf Ebene 1.
    • Akut wichtiger, also auf T3
  • Tilde oder Zirkumflex wichtiger?
    • Tilde kommt im Spanischen und Portugiesischen vor, Spanisch hat sehr viele Sprecher
    • Zirkumflex im Französischen und Portugiesischen, Französisch wird sehr viel in der Schule gelehrt
    • Zirkumflex scheint im Französischen seltener vorzukommen als die Tilde im Spanischen
    • Zirkumflex braucht man für hochgestellte Zahlen
    • Im Zweifelsfall: So lassen wie bei qwertz (Paradigma 7), also Zirkumflex auf Ebene1, Tilde auf Ebene2
    • Tilde ist mit Shift nicht wirklich schlecht erreichbar

Vorschlag einer möglichst einfach zu memorierenden Anordnung. Zugrundeliegende Entwurfsidee ist: Einteilung der Zeichen thematisch-regional in Dreiergruppen, sowie Zuordnung einer graphischen Funktion zu jeder der drei toten Tasten.

T1 („komplex“) T2 („rückwärts“) T3 („vorwärts“) „Thema“
Ebene 1 (ohne Modifier) ˆ Zirkumflex ` Gravis ´ Akut Frankreich
Ebene 2 (Shift) ˜ Tilde ¸ Cedille Süden
Ebene 3 (mod3) ˚ Ring ¨ Diaerese ‐ Querstrich Norden
Ebene 4 (mod4) ˇ Caron ˵ Doppelgravis ˝ Doppelakut Osten
Ebene 5 (mod3+Shift) ˘ Breve ῾ spiritus asper ᾿ spiritus lenis Griechisch
Ebene 6 (mod3+mod4) ¯ Makron ˙ Punkt

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