Hier möchte ich über meine Erfahrungen zum Umstieg auf das neo-Tastaturlayout berichten. Vor 4 Monaten bin ich per Zufall erstmals auf neo gestoßen, und da mich die Argumente, die für neo sprachen, sofort überzeugten, hab ich mir gleich gedacht: Das muss gelernt werden! Und dabei hatte ich erst anderthalb Jahre zuvor Zehnfinger-QWERTZ gelernt und war damit recht flott unterwegs. Da ich auf meinem Notebook mit Linux arbeite, war die Umstellung von QWERTZ auf neo mit wenigen Mausklicks vollzogen. Also ich dann gleich begonnen, mit Tipp10 die neo-Übungen durchzuarbeiten, um das neue Layout kennenzulernen. In den ersten sieben Tagen hab ich noch regelmäßig zum Schreiben auf QWERTZ zurückgeschaltet, aber ab der zweiten Woche bin ich dann ausschließlich bei neo geblieben. Die ersten kleinen Texte, die ich dann mit neo schrieb, waren eine einzige Qual, da ich wortwörtlich bei jedem Buchstaben überlegen musste, wo er liegt. Anfangs wünschte ich mir so manches liebe Mal sehnsüchtig das QWERTZ-Layout zurück; ich musste mich manchmal regelrecht zwingen, beim neo-Layout zu bleiben. Irgendwelche Anstrengungen, meine Tastatur zu bekleben oder gar die Tasten auszutauschen, kamen mir dabei nie in den Sinn; das Ziel soll ja sein, dass man blind tippt, weswegen es nach meinem Erachten eher kontraproduktiv wäre, ständig auf die Tasten zu schauen. Wenn ich partout nicht mehr wusste, wo auf der Tastatur das gesuchte Zeichen liegt, dann schaute ich eben fix auf der Tastaturbelegung im neo-Wiki nach. Sinnvoll ist es vielleicht auch noch, eine Grafik mit dem neuen Layout als Desktophintergrund einzurichten. Nach der anfänglichen Durststrecke empfand ich das neue Layout jedenfalls schon bald als sehr angenehm. Die Bewegungen der Finger sind unter neo viel geschmeidiger als unter QWERTZ. Die dritte Ebene mit den verschiedenen Klammerpaaren ist großartig, die vierte Ebene mit dem Zahlenblock und den Steuerungstasten geradezu genial. Mittlerweile bin ich mit neo recht flüssig unterwegs, auch beim Chatten, Tippfehler gibt es natürlich noch immer, und selbst nach Monaten passiert es mir noch dann und wann, dass ich beim schnelleren Schreiben urplötzlich und ungewollt ins QWERTZ-Layout zurückfalle. Aller Anfang ist schwer, aber Übung macht den Meister, und insbesondere zu Beginn ist ein gerüttelt Maß an Konzentration notwendig. Es braucht einfach seine Zeit, bis die Finger die Bewegungen zu den Tasten selbstständig ausführen können, ohne dass man darüber nachdenken muss. Wer meint, er könne innerhalb kürzester Zeit den Umstieg schaffen, der wird mit diesem hehren Ziel fraglos auf die Nase fallen. Es gilt, Zeit zu investieren und sich zugleich sehr frühzeitig vom bekannten QWERTZ-Layout zu verabschieden. Tagsüber im Job QWERTZ tippen und abends zuhause mit neo – das wird nicht funktionieren. Gut beraten ist der, der seinen Urlaub zuhause für die ersten Gehversuch mit neo nutzt, und wenn man dann nach drei Wochen in den Job zurückkehrt, dann wird es wohl oder übel erst mal ein bisschen gemächlicher vor sich gehen. Der Umstieg ist eine längerfristige Angelegenheit, aber lohnen tut er sich allemal, denn die Vorteile, die neo mitbringt, sind auf lange Sicht sehr wertvoll. Zusammenfassend sage ich daher: • Schon sehr früh nur noch auf neo setzen – nicht zwischen altem und neuem Layout hin und her wechseln • Nicht zu lange mit Schreibtrainern üben, stattdessen schon frühzeitig in die vollen gehen und neo im Alltag einsetzen, auch wenn es anfangs noch sehr schwer fällt