Changes between Version 20 and Version 21 of Layoutunabhängigkeit


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30/09/14 09:16:17 (12 years ago)
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anonymous
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abschnitt zu passwörtern überarbeitet

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  • Layoutunabhängigkeit

    v20 v21  
    1111
    1212== Passwörter ==
     13
     14=== Wenn Neo nicht verfügbar ist ===
    1315Wer ab und zu mal an Rechnern sitzt, die einen Login verlangen kennt auch dieses Problem. Das eigene Layout wird erst nach dem Login zur Verfügung gestellt. Man ist also gezwungen auf die Tastatur zu schauen, langsam zu tippen und muss in Kauf nehmen, dass Personen die daneben sitzen oder Überwachungskameras mitlesen können.­­
    14 Eine Abhilfe schafft die Variante, dass man für seine Passwörter nur Zahlen nimmt. Da diese bei Neo und bei Qwertz gleich liegen, braucht man nicht darauf achten, welches Layout gerade eingeschaltet ist. Wer etwas Kreativität beim Ausdenken von Zahlen braucht, kann unter Linux dazu das Programm apg befragen. Eine Abfrage würde etwa so aussehen:
     16Man sollte es grundsätzlich nicht machen. Kann sich durchaus einprägen.
     17Eine Abhilfe schafft die Variante, dass man für seine Passwörter nur Zahlen
     18nimmt. Da diese bei Neo und bei QWERTZ gleich liegen, braucht man nicht darauf
     19achten, welches Layout gerade eingeschaltet ist. Wer etwas Kreativität braucht,
     20kann unter Linux dazu das Programm apg befragen:
     21
    1522{{{
    16 apg -a 1 -M N -m 20 -s
     23apg -a 1 -n 1 -M N -m 20 -s
    1724}}}
    1825
    1926Beispielausgabe:
    2027{{{
    21 # es werden immer 6 Passwörter ausgegeben, von denen
    22 # man sich eines (das Schönste, Einfachste, Beste) aussuchen kann
    23 08098440658554707567
    24 59254744162125926128
    25 36661548806180859843
    26 09713342758618828180
    27 95217775998037271184
    282809400696516753334062
    2929}}}
     
    3131Ein offensichtlicher Nachteil ist natürlich, dass die Qualität der Passwörter durch den eingeschränkten Zeichenvorrat erheblich schlechter wird und ein Angreifer, der weiß, dass man nur bestimmte Zeichen verwendet, weniger (Rechen-)Aufwand hat, um das Passwort zu brechen. Dagegen hilft natürlich ein längeres Passwort, was allerdings den Nachteil hat, dass es sich nicht so leicht merken lässt. Damit das Passwort noch sicher bleibt sollte es daher mindestens 20 Stellen lang sein (= 10^20^ mögliche Passwörter)!
    3232
    33 Nimmt man die Zeichen »/*-+,« (die mit auf dem Ziffernblock liegen) noch mit dazu, braucht man immer noch mindestens 17 Stellen (= 15^17^ = 0,985 ∙ 10^20^ mögliche Passwörter). Ein weiteres Zeichen, dass bei Neo so liegt wie bei Qwertz ist der Buchstabe »m« (bzw. »M«). Damit ergeben sich 18 unterschiedliche Zeichen und man benötigt nur noch 16 Stellen (= 18^16^ = 1,21 ∙ 10^20^), um ein sicheres Passwort zu bekommen, was etwa die gleiche Sicherheit von 12 zufälligen Groß- und Kleinbuchstaben hat (= (2 ∙ 26)^12^ = 52^12^ = 3,91 ∙ 10^20^).
     33Nimmt man die Zeichen [[span(style=background-color:#ccf, +-*/,)]] (die mit auf
     34dem Ziffernblock liegen) noch mit dazu, braucht man immer noch mindestens 17
     35Stellen (= 15^17^ = 0,985 ∙ 10^20^ mögliche Passwörter). Ein weiteres Zeichen,
     36dass bei Neo so liegt wie bei QWERTZ ist der Buchstabe
     37[[span(style=background-color:#ccf, m)]]  (bzw. [[span(style=background-color:#ccf, M)]]). Damit ergeben sich 18 unterschiedliche Zeichen und man benötigt nur noch 16 Stellen (= 18^16^ = 1,21 ∙ 10^20^), um ein sicheres Passwort zu bekommen, was etwa die gleiche Sicherheit von 12 zufälligen Groß- und Kleinbuchstaben hat (= (2 ∙ 26)^12^ = 52^12^ = 3,91 ∙ 10^20^).
    3438
    3539Das ist jedoch reine Theorie. In der Realität heisst auch nur ein einzigen Zeichen einer Zeichengruppe, dass der Codeknacker den gesamten Zeichenblock durchprobieren muss, da ihm ja nicht bekannt ist, ''welches'' Zeichen davon es ist.[[BR]]
    36 Das heisst, dass z.B. nur mit einem »/« schon nicht mehr alle 10 Ziffern, sondern auch noch alle Sonderzeichen durchprobiert werden müssen. Und da es in der Praxis viel wahrscheinlicher ist, dass ein Nutzer Buchstaben benutzt, bevor er auf Sonderzeichen ausweicht … was auch der Cracker weiss … wird er zuerst »a-zA-Z0-9 « ausprobieren, bevor er die Sonderzeichen auch ausprobiert.[[BR]]
    37 Deswegen wird ein Passwort das nur aus »0-9« und »/« besteht in der Praxis genauso unwahrscheinlich gefunden wie eines, das aus fast allen 256 ASCII-Zeichen oder ISO-8891-1-Zeichen besteht.
     40Das heisst, dass z.B. nur mit einem [[span(style=background-color:#ccf, /)]]  schon nicht mehr alle 10 Ziffern,
     41sondern auch noch alle Sonderzeichen durchprobiert werden müssen. Und da es in
     42der Praxis viel wahrscheinlicher ist, dass ein Nutzer Buchstaben und Zahlen benutzt, bevor
     43er auf Sonderzeichen ausweicht … was auch der Cracker weiß … wird er zuerst
     44[[span(style=background-color:#ccf, a-zA-Z0-9)]]  ausprobieren.[[BR]]
     45Deswegen wird ein Passwort das nur aus [[span(style=background-color:#ccf, 0-9)]] und [[span(style=background-color:#ccf, /)]] besteht in der Praxis genauso unwahrscheinlich gefunden wie eines, das aus fast allen 256 ASCII-Zeichen oder ISO-8891-1-Zeichen besteht.
    3846
    39 Aus den gleichen Gründen haben Passwörter die die beim NEO-Layout verfügbaren Unicode-Zeichen benutzen eine sehr viel höhere reale Sicherheit als welche, die sich noch auf „normale“ 265-Zeichen-Zeichensätze beschränken. »hallo« → 26^5^. Aber »hall∅« → mind. 65536^5^. (∅ = Mod3+Mod4+0)[[BR]]
     47Nach aktuellen Empfehlungen sollten Passwörter mindestens 12 Zeichen lang sein.
     48Dabei sollten sie Groß– und Kleinbuchstaben sowie Zahlen und Sonderzeichen
     49(in der Regel [http://en.wikipedia.org/wiki/Special_characters diese] enthalten.
     50Laut [https://www.grc.com/haystack.htm dieser Webseite] werden die verschiedenen
     51Ansätze so bewertet:
     52
     53||Methode||Länge||Haltbarkeit bei hoher Rechenkapazität||
     54||nur Ziffern|| 20||1,84 Wochen||
     55||Ziffern mit m und M|| 12||1,04 Jahre||
     56||Ziffern mit m und M|| 15||2,48 Tausend Jahrhunderte||
     57||mit Ziffern, m, M, einem Sonderzeichen wie [+-*/,]|| 12||1,74 Jahrhunderte||
     58||mit Ziffern, m, M, einem Sonderzeichen wie [+-*/,]|| 15||1,49 Millionen Jahrhunderte||
     59||mit Unicode-Zeichen||||nicht untersucht||
     60
     61=== Passwörter mit Neo ===
     62Wenn Neo immer verfügbar ist, bietet es sich an, die größere Zeichenvielfalt für
     63Unicode zu nutzen.
     64Passwörter die die beim NEO-Layout verfügbaren Unicode-Zeichen benutzen haben
     65unter Umständen eine sehr viel höhere reale Sicherheit als welche, die sich noch auf „normale“ 265-Zeichen-Zeichensätze beschränken. »hallo« → 26^5^. Aber »hall∅« → mind. 65536^5^. (∅ = Mod3+Mod4+0)[[BR]]
    4066Ein schöner Trick um ohne mehr Merkleistung die Passwortqualität erheblich zu erhöhen.
    4167
     68Webseiten erlauben allerdings meistens keine obskuren Sonderzeichen, und man
     69könnte auch mit QWERTZ einige davon erzeugen.
     70
     71Außerdem erinnert dieser Ansatz an [http://de.wikipedia.org/wiki/Security_through_obscurity Security through obscurity]. Bei einer stärkeren Verbreitung von Neo würde die Schwäche dieser
     72Idee offenbart; das Beispiel oben wäre z.B. anfällig für einen einfachen
     73[http://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%B6rterbuchangriff Wörterbuchangriff].
     74
     75Bei Passwörtern ist die Länge wichtiger als die Komplexität (vgl.
     76[http://www.archonmagnus.com/articles/security/passwordEntropy.php hier]). Nach
     77Untersuchungen werden außerdem sogar wenn Unicode-Zeichen verfügbar sind nur
     78sehr wenige davon tatsächlich für Passwörter benutzt.
     79
     80Anstelle eines ausgefallenen Neo-Passworts (das bei z.B. Webseiten und
     81vernetzten Systemen sehr vom Vorhandensein dieses Layouts abhängt) könnte man
     82also auch ein gewöhnliches Passwort verwenden. Mit apg:
     83
     84{{{
     85apg -a 1 -n 1 -M SCNL -m 15
     86}}}
    4287
    4388--------------