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Rechtschreibung (das, dass, seit, seid)

Typografie mit Neo

Vorwort

Dass man nicht überall typografisch korrekt schreibt, ist wohl ganz normal. Diese Korrektheit erfordert mehr Konzentration und mehr Zeit – besonders mit der üblichen QWERTZ-Tastaturbelegung, denn dort sind viele Satzzeichen nur umständlich erreichbar, deren Position schwer merkbar oder gar nicht vorhanden.

Bei Kurznachrichten wie SMS oder Instant-Messaging und bei E-Mails macht sich kaum jemand die Mühe, diese besonders lesbar zu schreiben. Solange es lesbar bleibt – also keine Bandwurmsätze ohne Punkt und Komma oder irritierende Rechtschreibfehler enthält – ist das annehmbar.

Für ein Buch, einen Zeitschriften-/Zeitungsartikel oder eine viel gelesene Homepage, die man nur einmal schreibt, aber dann millionenfach gelesen wird, lohnt sich dieser Aufwand wahrscheinlich immer, da sich der einfache erhöhte Aufwand millionenfach in einer angenehmeren, schnelleren, ermüdungsfreieren Lesbarkeit auszahlt – und das erhöht vielleicht die Auflage bzw. den Gewinn an Lesern.

Die Mühe lohnt sich vielleicht auch, wenn man einen guten Eindruck hinterlassen will und nicht schon durch typografische Schlampereien seine Arbeit in ein schlechtes Licht rücken will.

Mit Neo wird typografisch korrektes Schreiben richtig einfach

Denn unter Neo kann man selbst seltene Zeichen direkt eingeben – man verliert weder Zeit noch braucht man ein Textverarbeitungsprogramm, das z. B. die dazugehörigen Ersatzzeichen erst automatisch umwandeln müsste.
Hier folgt eine Auflistung von Zeichen und Hinweisen zu deren Anwendung, außerdem deren Positionen auf der Neo-Tastatur – möglichst mit Merkhilfen. Damit ihr wisst, wie ihr es nicht machen sollt, stehen bei einigen Zeichen häufig gemachte Fehler mit bei – Do not try this at home! ;)

Leerzeichen: Wer von Typografie noch gar keine Ahnung hat

  • Das absolut Wichtigste zuerst: Vor einem Satzzeichen kommt i. d. R. kein Leerzeichen, nach dem Satzzeichen hingegen schon. Das gilt für Punkt, Komma, Ausrufe-, Fragezeichen, Doppelpunkt und Semikolon.
  • Nach einer öffnenden Klammer kommt kein Leerzeichen und vor einer schließenden ebenfalls nicht.
    Das sieht dann so (wie hier) aus.
  • Das Gleiche gilt für Anführungszeichen und „den Text“, den sie einschließen.
  • Vor und nach einem Schrägstrich (engl. Slash) stehen auch keine Leerzeichen.
  • Achtung, im Französischen gelten beim Fragezeichen und bei den Guillemets andere Regeln. Nur so am Rande. Dort muss vor und nach einem solchen Zeichen immer ein Leerraum stehen.

Anführungszeichen

Gänsefüßchen

Umschalt+890Ebene 2http://neo-layout.org/grafik/tastatur3d/tastatur_neo_Ebene2.png
Mod3 +890Ebene 3http://neo-layout.org/grafik/tastatur3d/tastatur_neo_Ebene3.png

In der deutschen Sprache verwendet man »„« und »“« als Gänsefüßchen. Also die zweite Ebene der Tasten 8 und 9. Diese Zeichen sehen so aus wie 99 und 66, in dieser Reihenfolge. Analoges gilt für die einfachen Gänsefüßchen »‚« und »‘«, ebenfalls auf den Tasten 8 und 9, diesmal nur allerdings dritte Ebene. Man beachte, dass die Gänsefüßchen und die Guillemets dieselbe Krümmung haben, nämlich umgekehrt zur Krümmung der einschließenden Klammern.

Die Taste 0 hat bezüglich der Gänsefüßchen nur in der englischen Sprache eine Bedeutung. Auf der Taste 9 liegen die öffnenden und auf Taste 0 die schließenden Anführungszeichen.

Hinweis: Beim Programmieren muss man immer das Ersatzzeichen »"« benutzen. Dieses ist per »Mod3« + »,« (Komma) erreichbar.

Siehe auch die Tabelle im Unterpunkt Apostroph.

Beispiele

  • Er fragte mich: „Kennst du ‚Die Blechtrommel‘?“

Falsche Verwendung zur Darstellung von Gänsefüßchen

  • Ersatzeichen »"« statt der echten Gänsefüßchen. Noch OK.
  • zwei Kommas statt des korrekten »„«
  • zwei Akute »´´« statt des korrekten »“«
  • Analoges gilt für die einfachen Gänsefüßchen. Besonders »‚« kann man leicht mit dem Komma »,« verwechseln. Sie sehen vielleicht in einigen Schriftarten exakt gleich aus, sind aber typografisch verschieden.

Guillemets (gesprochen: gijme)

»«Umschalt+45Ebene 2http://neo-layout.org/grafik/tastatur3d/tastatur_neo_Ebene1.png
Mod3 +45Ebene 3http://neo-layout.org/grafik/tastatur3d/tastatur_neo_Ebene1.png

Die Guillemets verhalten sich absolut analog wie die Gänsefüßchen, nur mit den Tasten 4 und 5.

Man sieht: Die einfachen Anführungszeichen sind jeweils mit Mod3 anstatt der »Umschalt-Taste« + 4/5/8/9/0 erreichbar.

In den romanischen Sprachen (z. B. Französisch), aber auch im Englischen und in der Schweiz wird die Reihenfolge der Guillemets vertauscht.

Siehe auch die Tabelle im Unterpunkt Apostroph.

Falsche Verwendung zur Darstellung von Guillemets

  • zwei Größer-als-Zeichen »>>« statt des korrekten »»« bzw. zwei Kleiner-als-Zeichen »<<« statt »««
  • Analoges gilt für die einfachen Guillemets »›« und »‹«.
  • Die »viel größer/kleiner als«-Zeichen (»≪«, »≫«) auf »Mod5« + »Ziffernblock-7/9«.

Apostroph

Mod3+0Ebene 3http://neo-layout.org/grafik/tastatur3d/tastatur_neo_Ebene1.png

Der echte Apostroph für Texte in deutscher und englischer und jeder anderen Sprache befindet sich auf »Mod3« + »0«. Es ist das Zeichen »’«.

Hinweis: Beim Programmieren muss man immer das Ersatzzeichen »'« benutzen. Dieses ist per »Mod3« + ».« erreichbar.

Hier noch abschließend eine übersichtliche Tabelle:

890 1. Ebene
2. Ebene
3. Ebene
deutsche Anführungszeichen
englische Anführungszeichen
deutsche einfache Anführungszeichen
englische einfache Anführungszeichen
deutscher und englischer und überhaupt: Apostroph||

Zur Verwendung des Apostrophs siehe den Wikipedia Artikel: http://de.wikipedia.org/wiki/Apostroph

Falsche Verwendung zur Darstellung des Apostrophs

  • Ersatzeichen »'« statt des echten Apostrophs. Noch OK.
  • Akut »´« oder Gravis »`«. Schlimme Sache.

Querstriche

Leider gibt es nicht weniger als sechs verschiedene, mittige Querstriche. Tatsächlich gibt es sogar noch mehr, als Neo standardmäßig zur Verfügung stellt, eine Übersicht findet ihr auf Striche. Die kann man schon alle recht leicht miteinander verwechseln, zum Glück sind aber nur die folgenden beiden wichtig:

Bindestrich

-Mod3+tEbene 3http://neo-layout.org/grafik/tastatur3d/tastatur_neo_Ebene1.png

Meist wird der Bindestrich – korrekt: „Viertelgeviertstrich“ – (auf »Mod3« + »t« bzw. »Taste-rechts-neben-der-Null«) verwendet. Und zwar für alle zusammengesetzten Wörter. Viele dieser Wörter kann und sollte man besser zusammenschreiben, d. h. ohne Bindestrich.

Beispiele

  • Brillen-Träger, besser: Brillenträger
  • Neo-Layout
  • Fußball-Fan, besser: Fußballfan

Gedankenstrich/Bis-Strich

Umschalt+,Ebene 2http://neo-layout.org/grafik/tastatur3d/tastatur_neo_Ebene1.png

Der sogenannte „Halbgeviertstrich“ (auf »Umschalt« + Komma) wird verwendet, wenn man einen Gedanken hat, den man aufschreiben möchte. Außerdem wird er verwendet, um das Wort „bis“ zu ersetzen, dann aber ohne umgebende Leerzeichen (nicht in der Kombination »von … bis« erlaubt). Ersatzweise kann man ihn auch als Aufzählungszeichen verwenden.

Bis-Strich = Gedankenstrich ohne umgebende Leerzeichen.

Beispiele

  • Mit Neo zu schreiben – das sage nicht nur ich – ist besser als mit Qwertz. ← Gedankenstriche sind von Leerzeichen umgeben.
  • Öffnungszeiten: Mo–Fr 10–18 Uhr. ← Bis-Striche sind nicht von Leerzeichen umgeben.

Bis hierher nochmal eine kurze Zusammenfassung der beiden Namen:

  • Bindestrich/Viertelgeviertstrich/Hyphen-Minus/Bindestrich-Minus: »-« (»Mod3« + »t«)
  • Halbgeviertstrich/En-Dash/Gedankenstrich/Bis-Strich: »–« (»Umschalt« + »Komma«)

Englischer Gedankenstrich

Umschalt+Strichtaste (rechts neben der Null)Ebene 2http://neo-layout.org/grafik/tastatur3d/tastatur_neo_Ebene1.png

Der Geviertstrich (auf »Umschalt« + »Strichtaste«) kommt nur in englischen Texten vor und wird dort ohne umschließende Leerzeichen (oder mit Haarstrichen umgeben) geschrieben.

Geschützter Bindestrich

Umschalt+Mod3+Strichtaste (rechts neben der Null)Ebene 5http://neo-layout.org/grafik/tastatur3d/tastatur_neo_Ebene1.png

Der geschützte Bindestrich (engl. non-breaking hyphen) wird verwendet, um einen automatischen Zeilenumbruch an einem Bindestrich zu unterbinden.

Beispiele

  • i‑Punkt
  • A‑Z
  • Lang-s

Weiches Trennzeichen

­Mod3+Mod4+Strichtaste (rechts neben der Null)Ebene 6http://neo-layout.org/grafik/tastatur3d/tastatur_neo_Ebene1.png

Das weiche Trennzeichen (engl. soft hyphen, abgekürzt SHY) wird verwendet, um eine Trennstelle innerhalb eines Wortes vorzugeben, an der ein Zeilenumbruch erlaubt ist. Falls das Wort umgebrochen wird, erscheint dort am Zeilenende ein Trennstrich. Wird das Wort nicht umgebrochen, bleibt das weiche Trennzeichen im ausgedruckten Dokument beziehungsweise im Webbrowser unsichtbar.

Minuszeichen (echtes)

Mod3+Minus (Ziffernblock)Ebene 3http://neo-layout.org/grafik/tastatur3d/tastatur_neo_Ebene1.png

Statt des echten Minuszeichens könnte man auch den Halbgeviertstrich verwenden, sollte es aber nicht. Entsprechend sind die beiden Zeichen v. a. auf Grund der sehr ähnlichen Breite leicht zu verwechseln. Man erkennt das Minuszeichen daran, dass es auf genau der gleichen Höhe wie der horizontale Strich des Pluszeichens ist. Im Folgenden stehen Halbgeviertstrich, Minus, Plus in dieser Reihenfolge: »–« »−« »+«

Auslassungspunkte

Umschalt+.Ebene 2http://neo-layout.org/grafik/tastatur3d/tastatur_neo_Ebene1.png

Durch Auslassungspunkte kann man entweder einen Teil eines Wortes oder ein komplettes Wort auslassen. Nur im ersten Fall schließen die Auslassungspunkte direkt ohne Leerzeichen an das Wort an, ansonsten steht davor und danach ein Leerzeichen.

Dies gilt auch, wenn man nicht nur ein Wort auslässt, sondern einen ganzen Satz offen lässt, ihn mit Auslassungspunkten quasi »beendet« oder eine Pause ausdrücken möchte.

Bei gekürzten Zitaten trifft man häufig die Schreibweise mit umgebenden eckigen Klammern an: »[…]«

Beispiele

  • Der ist ein echter Ar…
  • Was soll denn das jetzt …?
  • Oje … Sowas auch …

Falsche Verwendung zur Darstellung der Auslassungspunkte

  • Die Auslassungspunkte sind typografisch ein Zeichen, werden aber oft durch drei Punkte ersetzt. Vergleiche »…« und »...«

Leerzeichen

Es gibt seit Neo 2 nicht mehr nur das normale, übliche Leerzeichen, sondern noch zwei weitere. Vorweg sei gesagt, dass man ersatzweise bei allen folgenden Leerzeichen auch ein normales nehmen kann. Dieses empfiehlt sich besonders dann, wenn Schriftarten oder Systeme diese speziellen Zeichen nicht unterstützen.

Geschütztes Leerzeichen

Umschalt+Mod3+LeertasteEbene 5http://neo-layout.org/grafik/tastatur3d/tastatur_neo_Ebene1.png

Auf der 5. Ebene auf der Leertaste ist ein nicht umbrechendes, so genanntes „geschütztes Leerzeichen“ (nobreak space, HTML: &nbsp;). Dieses hat verschiedene Verwendungen, unter anderem eben, um einen Zeilenumbruch an dieser Stelle zu verhindern. Zum Beispiel sollte bei „Prof. <Name>“ ein geschütztes Leerzeichen nach „Prof.“ kommen, damit der Name und der Titel nicht auseinander gerissen werden.

Eine weitere Anwendung sind die Auslassungspunkte. Beendet man einen Satz mit diesen, muss danach – da im Deutschen der Schlusspunkt des Satzes entfällt – ein geschütztes Leerzeichen stehen. Dann die Auslassungspunkte. Analoges gilt für Auslassungspunkte am Satzbeginn.

Schmales geschütztes Leerzeichen

Mod3+Mod4+LeertasteEbene 6http://neo-layout.org/grafik/tastatur3d/tastatur_neo_Ebene1.png

Auf der 6. Ebene der Leertaste gibt es bei Neo 2 noch das schmale geschützte Leerzeichen. Dieses wird zum Beispiel verwendet:

  • um große Zahlen in Dreierblöcken zu gruppieren (ab fünfstelligen Zahlen)
  • zwischen Zahlen und Einheiten
  • bei üblicherweise durch einzelne Buchstaben abgekürzten Redewendungen wie »z. B.«

Übrigens gibt es zwei Unicode-Zeichen für das schmale Leerzeichen, ein geschütztes und ein ungeschütztes. HTML bietet unglücklicherweise genau dieses am bequemsten mit &thinsp; (thin space) an. Eigentlich sollte es aber das geschützte &#x202f; sein.

Im Folgenden ist das schmale Leerzeichen durch »¦« und das normale durch »␣« dargestellt.

Beispiele

  • 220¦V
  • 37¦°C
  • 5¦%
  • 20¦€
  • 98¦765¦t␣Bananen
  • i.¦d.¦R.
  • u.¦a.
  • v.¦a.
  • o.¦Ä.

Mehr dazu auf:

Langes s

Seit dem Mittelalter gibt es das lange s (»ſ«), das das runde s ablöste. Ab dem 9. Jahrhundert kam das runde s langsam wieder dazu. Heute ist das lange s praktisch ganz verschwunden.

Im Deutschen stand generell für das heute übliche runde s »ſ«, und »s«, wenn es am Ende eines Wortes oder (selbstständigen) Teilwortes oder am Ende einer Vorsilbe (Sprechsilben!) steht und ein Teilwort folgt. Am Ende von assimilierten Silben steht allerdings langes s. Langes s steht auch bei gemurmeltem »e« (z. B. »unſre«).

Und hier noch zwei Sachen, die sich eigentlich von selbst verstehen: Bei Abkürzungen mit Apostroph richtet sich die s-Schreibung nach der Grundform (»Laſſ’ das, ich haſſ’ das« für »Lasse das, ich hasse das«). Das lange s bleibt bei der Silbentrennung erhalten.

Siehe auch:

Rechtschreibung

Ergänzend zur Typografie, sollte natürlich auch die Rechtschreibung nicht zu kurz kommen. Besonders zu beachten sind die häufigen Verwechslungen von dass und das, sowie seit und seid, obwohl die richtige Verwendung sich anhand einfacher Regeln merken und überprüfen lässt.

Dass oder das?

Die Konjunktion dass wird nur in Nebensätzen verwendet. Sie steht beispielsweise direkt oder an zweiter Stelle hinter einem Komma.

  • »Dass (Damit) du mich nicht falsch verstehst, …«
  • »Ich hoffe, dass die Ursache des Problems nun behoben ist.«

Im Gegensatz dazu ist das ein Relativpronomen im Nominativ oder Akkusativ Singular neutrum. Es lässt sich durch dieses oder welches ersetzen.

  • »Ein Problem, das (welches) sich leicht beheben lässt.«
  • »Die meisten sind der Meinung, dass das (dies) sinnvoll ist.«

Siehe auch:

Seit oder seid?

Die Präposition seit bezieht sich auf zeitliche Zusammenhänge und wird temporal gebraucht:

  • »Das Tippen von Sonderzeichen gestaltet sich viel angenehmer, seit ich die Neo-Tastaturbelegung verwende.«
  • »Seit 2004 wurde an der Entwicklung des Neo-Layouts gearbeitet.« Hier gibt es den Zeitpunkt an, von dem an Hanno Neo entwickelt hat.

Das Wort seid hingegen ist eine konjugierte Form (genauer: die 2. Person Plural Präsens Indikativ oder Imperativ Plural Präsens) des Verbs sein. Beispielsweise kann man also die Neo-Entwickler oder Neo-Benutzer fragen:

  • »Seid ihr mit der vorgeschlagenen Änderung einverstanden?«

oder sie auf eine Begebenheit hinweisen:

  • »Seid euch bewusst, dass dies bei den meisten POSIX-basierten Betriebssystemen schon lange funktioniert!«

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